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Das Auftreten von muffigem Geruch, bröckelndem Putz oder Stockflecken an den Wänden weist auf Feuchtigkeitsprobleme im Keller hin, die ernsthaft angegangen werden müssen. Feuchtigkeit im Mauerwerk stellt nicht nur eine Gefahr für die Bausubstanz dar, sondern kann auch gesundheitliche Beschwerden durch Schimmelbildung verursachen und den Wärmeschutz des Hauses erheblich beeinträchtigen. Zudem mindert ein feuchter Keller den Wert der Immobilie.

Bevor Sie Maßnahmen zur Beseitigung der Feuchtigkeit ergreifen, ist es entscheidend, die Ursache dafür zu finden. Es erfordert eine sorgfältige Analyse, um herauszufinden, ob eine defekte Regenrinne, Probleme mit der Gebäudedrainage, Kondensationsfeuchte aufgrund falschen Lüftens oder ein Rohrbruch die Ursache ist. Immer häufiger spielt auch Grundhochwasser eine Rolle, das nach Starkregenfällen oder Überschwemmungen den Grundwasserspiegel ansteigen lässt und Schäden am Gebäude verursachen kann, selbst Wochen nachdem das Wasser abgeflossen ist. Informationen darüber, ob und inwieweit Ihr Grundstück von dieser Gefahr betroffen ist, erhalten Sie von Ihrem örtlichen geologischen Landesamt.

Schäden im Keller

Feuchte Keller: Kapillarwirkung Druckwasser
Kapillarwirkung oder Druckwasser führen dazu, dass Feuchtigkeit durch feine Risse und Poren in das Mauerwerk eindringt.

Eine der häufigsten Ursachen für Feuchtigkeit im Keller ist eine undichte Mauerwerksabdichtung. Besonders Altbauten sind davon betroffen, da bis Ende der 1960er Jahre Bodenplatten in der Regel aus Ziegelsteinen gemauert oder dünnem Magerbeton gegossen wurden. Vollflächige Abdichtungen und Feuchtigkeitssperren waren damals oft nicht vorhanden, wodurch Feuchtigkeit nahezu ungehindert in den Keller eindringen konnte. Selbst die Abdichtung aller erdberührenden Bauteile mit Bitumen bietet keine langfristige Garantie für einen trockenen Keller, da diese Außenwannen nur etwa 30 Jahre halten. Heutzutage werden daher meist sogenannte weiße Wannen aus Spezialbeton eingesetzt. Dennoch können auch hier Baufehler auftreten, wenn beispielsweise Fugen oder Durchgänge nicht korrekt abgedichtet sind, und Feuchtigkeit dringt im Laufe der Zeit in den Keller ein.

Feuchtigkeit im Bereich des Sockels kann häufig aus dem Fundament aufsteigen und das Mauerwerk in Bodennähe durchfeuchten. Dies kann auf eine fehlende oder defekte Horizontalsperre zurückzuführen sein. Wenn die Außenwände flächig durchfeuchtet sind, liegt möglicherweise eine sogenannte Querdurchfeuchtung vor, bei der Feuchtigkeit seitlich aus dem Erdreich eindringt und kapillar im porösen Mauerwerk aufsteigt. Wenn jedoch Pfützen auf dem Kellerboden auftreten, kann dies auf einen Druckwasserschaden zurückzuführen sein. Dabei wird das Grundwasser in der Regel nach Starkregen oder Überschwemmungen durch feine Risse oder Fugen im Mauerwerk in den Keller gedrückt. Manchmal liegen auch verschiedene Ursachen in Kombination vor.

Qualifizierte Fachfirma einbeziehen

Jede Sanierung beginnt mit einer gründlichen Bauzustands- oder Schadensanalyse. Daher ist es ratsam, dass Sie die individuelle Ursache der Feuchtigkeit von einer qualifizierten Fachfirma ermitteln lassen. Anschließend kann der Schaden von einem spezialisierten Unternehmen für Mauerwerkstrocknung sachgerecht behoben werden. Bei der Auswahl eines solchen Unternehmens ist es wichtig, sorgfältig vorzugehen. Achten Sie darauf, dass der Fachbetrieb verschiedene Methoden und Verfahren zur Trockenlegung anbietet. Fragen Sie nach Zertifizierungen und vertrauenswürdigen Referenzkunden in Ihrer Region. Eine verbindliche und transparente Kostenschätzung sowie eine umfassende Garantie, auch für die durchgeführten Arbeiten, sind ebenfalls von großer Bedeutung.

So wird der Keller saniert

Feuchtigkeit im Keller: Sanierung vorher und nachher Bild
Sanierung eines Kellerraumes vorher und nachher.

Wenn Feuchtigkeit von außen eindringt, ist die effektivste Methode zur Trockenlegung des Kellers die Abdichtung von außen. Dabei ist die Einhaltung der DIN 18533 entscheidend, die Faktoren wie die Wassereinwirkungsklasse und die Rissanfälligkeit des Untergrunds berücksichtigt. Allerdings erfordert diese Methode das Freilegen der Grundmauern von außen, was aufgrund von statischen Problemen, enger Bebauung oder begrenztem Budget nicht immer möglich ist. In solchen Fällen bietet sich die Abdichtung von innen als praktikable Alternative an, die in der Regel kostengünstiger ist. Um aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk zu verhindern, ist eine Horizontalsperre erforderlich. Es gibt zwei anerkannte Verfahren:

  • Beim mechanischen Verfahren wird das Mauerwerk von außen eingesägt, um spezielle Abdichtungsschichten aufzubringen. Obwohl das Mauerwerk schnell trocknet, sind die Kosten vergleichsweise hoch, und die Maßnahme kann die Statik des Gebäudes beeinträchtigen.
  • Das Injektionsverfahren zur nachträglichen Horizontalabdichtung ist deutlich häufiger. Dabei werden verschiedene Injektionsmittel durch Bohrlöcher in das Mauerwerk eingebracht, um die Kapillarwirkung zu unterbrechen und das Aufsteigen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Eine Vertikalsperre verhindert den Kontakt der Grundmauern mit Feuchtigkeit aus dem Erdreich. Oft werden mehrschichtige Bitumen-Dickbeschichtungen verwendet, um die erdberührenden Bauteile von außen zu schützen. Alternativ werden mehrschichtige Schutzbahnen eingesetzt, die große Wassermengen fernhalten und gezielt in die Gebäudedrainage leiten. Bei der Innenabdichtung werden die Kellerwände von altem Putz und Mörtel befreit, und Fugen oder Risse werden geschlossen. Anschließend entsteht eine Sperrschicht aus speziellen Dichtputzen und wasserundurchlässigen Dichtschlämmen, die Feuchtigkeit fernhält. Zur Sicherung der Abdichtung können diffusionsoffene Sanierputze oder Wärmedämmplatten verwendet werden. Innendämmplatten aus Kalziumsilikat verhindern „schwitzende“ Kellerwände und sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima.

Es ist wichtig zu beachten, dass eine Innenabdichtung in der Regel nicht die Ursache der Feuchtigkeit beseitigt, sondern lediglich ihre Folgen mildert. Ergänzende Maßnahmen wie der Betrieb von Luftentfeuchtern oder der Einbau einer automatischen Lüftung können erforderlich sein, um den Keller dauerhaft trocken zu halten.

Kosten und Förderungsmöglichkeiten bei der Kellersanierung

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Informieren Sie sich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle über mögliche Förderungen.

Die Kosten einer Kellersanierung variieren stark und sind von verschiedenen Faktoren abhängig, darunter die Größe des Kellers, die Ursache und der Grad der Schäden sowie die gewählten Sanierungs- und Dämmmethoden. Zusätzlich können Kosten für fachliche Beratung anfallen. Wenn Erdarbeiten im Außenbereich erforderlich sind, Drainagen erneuert werden müssen oder neue Kellerfenster oder -zugänge entstehen, steigen die Kosten weiter an und können im hohen vier- oder sogar fünfstelligen Bereich liegen. Glücklicherweise können Fördermittel helfen, diese Belastung zu mindern. Sie können Förderungen beantragen, wenn durch die Sanierung auch der energetische Standard des Hauses verbessert wird. Das geschieht normalerweise durch einzelne Dämmmaßnahmen. Eine wichtige Voraussetzung für die Förderung ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten in das Projekt. Das BAFA unterstützt dann die Außendämmung, den Austausch von Kellerfenstern und Außentüren sowie die Dämmung von Rohrleitungen jeweils mit 15 Prozent durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Für diese Maßnahmen bietet die KfW-Bank den Wohngebäude-Kredit 261/262 an. Alternativ können Immobilienbesitzer*innen einen Steuerbonus nutzen und bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten – verteilt auf drei Jahre – von ihrer Einkommenssteuer absetzen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Regelmäßige Überprüfung der Luftfeuchtigkeit in den Kellerräumen – sie sollte dauerhaft unter 65 % liegen.
  • Vermeidung einer Raumtemperatur von unter 14 °C.
  • Regelmäßiges Lüften, um Kondensationsfeuchte zu vermeiden.
  • Im Winter ist es ratsam, die Kellerfenster zweimal wöchentlich für eine halbe Stunde zu öffnen.
  • In den Sommermonaten nur früh morgens oder nachts für etwa fünfzehn Minuten lüften, wenn es draußen noch kühl ist.
  • Vermeidung der Nutzung feuchter Keller zum Wäschewaschen oder -trocknen.