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Wer ein Haus baut oder bauen lässt, weiß, dass der Dachstuhl eine besonders wichtige Rolle einnimmt. Schließlich muss dieser in der Lage sein, das gesamte Dach des Hauses – das quasi auf ihm sitzt, deshalb der Name „Stuhl“ – zu tragen. Hinzu kommt außerdem, dass ein Dachstuhl auch mit Witterungsbedingungen wie Schneelast und Winddruck zurechtkommen muss. Er ist eine essenzielle Konstruktion, die beim Hausbau nicht unterschätzt werden sollte.

Der Aufbau eines Dachstuhls

Richtfest am fertigen Dachstuhl

Auch wenn es verschiedene Arten eines Dachstuhls gibt (dazu gleich mehr), ist er in der Regel gleich oder zumindest ähnlich aufgebaut. Meistens besteht ein Dachstuhl Aufbau aus Streben und Balken aus Holz. Die tragenden Balken nennt man Dachsparren und geben dem Dach seine typische schräge Form. Auf den Sparren wird dann die Dacheindeckung befestigt. Diese besteht beispielsweise aus Dachziegeln oder Ähnlichem.

Die verschiedenen Arten eines Dachstuhls

Die meisten Häuser in Deutschland haben ein Steildach, also ein Dach, welches eine Neigung von mindestens 20 Grad hat. Sie bestehen in der Regel aus zwei gleichförmigen Dachflächen, die über einen durchgängigen Dachfirst miteinander verbunden sind. Man nennt diese Art eines Daches auch Satteldach. Bei Steildächern unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Arten.

1. Sparrendach

Mit Sparrendach wird die sogenannte Standardform des Steildaches bezeichnet. Wie bereits erwähnt, heißen die tragenden Balken Sparren. Diese werden beim Sparrendach einander gegenüber montiert. Sie lehnen in der Mitte des Daches aneinander und geben ihm so die bekannte Dreiecksform. Dank dieser Konstruktion werden die auf die Sparren einwirkenden Kräfte und Lasten auf die Außenmauern weitergeleitet. Große Dachfenster oder Gauben eignen sich also grundsätzlich nicht für diese Dachform. Denn die von den Sparren weitergeleitete Last würde sich damit auf Dachfenster oder Gaube übertragen, welche üblicherweise nicht stabil genug sind, um diesen Kräften standhalten zu können.

2. Kehlbalkendach

Ein Kehlbalkendach unterscheidet sich von einem Sparrendach insofern, dass hier ein Querbalken eingebaut wird. Dieser wird als Kehlbalken bezeichnet. Er kommt zum Einsatz, wenn die Sparren eine Länge von 4,50 Metern überschreiten. Dank dem Kehlbalken, der zwischen den Sparren-Paaren eingezogen wird, wird zusätzliche Stabilität gewährleistet – auch bei langen Sparren. Diese Dachform kommt häufig bei mehrgeschossigen Häusern zum Einsatz. Denn so ist auch eine größere Spannweite des Daches gegeben.

3. Pfettendach

Eine Dachkonstruktion, die mit Pfetten errichtet wird, eignet sich besonders für breite Dachformen. Hier ist außerdem der Einbau von großen Dachfenstern oder Gauben problemlos möglich. Die Sparren ruhen auf Längsbalken, den sogenannten Pfetten. Zusätzlich wird ein Pfettendach von senkrechten Balken (auch Ständer oder Stile genannt) gestützt. Diese befinden sich in der Regel im Dachraum. Es entsteht also eine Einschränkung des Platzes, der jedoch auch den Charme eines Raumes ausmachen kann. Die Ständer bleiben entweder in ihrer Holz-Optik zu sehen oder sie werden durch Trockenbauwände verkleidet.

Wann eignet sich ein Flachdach?

Wer sich für ein Flachdach interessiert, muss natürlich anders vorgehen, als es bei einem Schiefdach der Fall ist. Hier unterscheidet man zwischen einem Kaltdach,  einem Warmdach oder einem Umkehrdach. Flachdächer werden bevorzugt bei modernen Gebäuden verwendet, denn sie geben diesen einen neuzeitlichen Look. Bei einem Flachdach ist es besonders wichtig, auf Statik und Nässeschutz zu achten. Das Niederschlagswasser muss zum Beispiel vom Haus weggeleitet werden. Da eine Pfützenbildung jedoch immer möglich ist, sollte ein Flachdach außerdem besonders sorgfältig abgedichtet sein.

Übrigens: Wer sich für ein Flachdach entscheidet, hat die Möglichkeit einer Dachbegrünung. Dies sieht nicht nur schön aus, sondern schafft außerdem wichtigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Errichtung eines Dachstuhls – Die Kosten

Dachstuhleindeckung durch den Profi

In der Regel benötigt man bei der Errichtung eines Dachstuhls die Unterstützung von Experten. Auch der begabteste Heimwerker wird seine Schwierigkeiten haben, einen Dachstuhl ohne Hilfe aufzubauen. Neben hohen finanziellen Einbußen kann ein falsch gebauter Dachstuhl nämlich auch eine große Gefahr für die Bewohner darstellen. Die typische Heimwerker-Ausstattung reicht nicht aus, um einen Dachstuhl fachgerecht errichten zu können. Hier ist natürlich auch die Sicherheit ein entscheidender Faktor. Passende Werkzeuge und Sicherheitsvorkehrungen, die beispielsweise einen Sturz verhindern, sind ein absolutes Muss. Den Dachstuhl Aufbau überlasst man also am besten einem Profi. Die besten Dachdecker in der Nähe findet man sehr gut auf myHammer, die über das nötige Fachwissen und die richtige Ausstattung verfügen.

Wer trotzdem unbedingt selbst Hand anlegen möchte, kann zum Beispiel Rücksprache mit dem beauftragten Zimmereibetrieb halten. Möglicherweise gibt es einige Aufgaben, die man selbst übernehmen kann. Hier sollte jedoch zunächst mit dem Profi abgesprochen werden, welche Arbeiten sich auch gut in Eigenregie übernehmen lassen.

Die Kosten eines Dachstuhls werden in der Regel pro Quadratmeter der späteren Dachfläche abgerechnet. Zusätzlich spielen natürlich die gewählte Dachform und das gewählte Material eine Rolle. Nicht zu vergessen sind außerdem die Kosten für die Eindeckung und Dämmung des Daches. Wie viel man letztendlich für die Sparren zahlen muss, kommt auf die Länge und die geplante Beanspruchung dieser an. Wer keinen komplett neuen Dachstuhl errichten möchte, sondern einen bestehenden Dachstuhl sanieren will, muss zusätzlich die Abriss- und Entsorgungskosten auf sich nehmen.

Genaue Beträge für die Errichtung eines Dachstuhls lassen sich pauschal nicht nennen. Denn die Preise können variieren – je nach Betrieb und Region. Wer einen detaillierten Kostenvoranschlag haben möchte, kann diesen beim Dachdeckerbetrieb seiner Wahl anfragen.