Um die Wasserleitungen winterfest zu machen, den Außenhahn im Haus absperren, entleeren und über den Winter geöffnet lassen. So kann sich im Rohr kein Eis bilden, das die Leitung sprengt.
Die erste Frostnacht kommt meist ohne Vorwarnung. Am Morgen ist der Rasen weiß, und im Garten hängt noch der Schlauch am Außenwasserhahn. Für die Leitung dahinter kann eine solche Nacht schon reichen. Gefriert Wasser im Rohr, dehnt es sich aus und sprengt im schlimmsten Fall Leitung oder Armatur. Den Schaden bemerken viele erst, wenn es taut und das Wasser in die Wand oder den Keller läuft. Mit wenigen Handgriffen im November machen Sie Ihre Wasserleitungen frostsicher und verhindern das fast immer.
Frostschäden kosten jedes Jahr Millionen
Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft verursacht Frost jedes Jahr versicherte Schäden an Wasserleitungen von rund 140 Millionen Euro. Besonders gefährdet sind Räume, die selten genutzt werden: Gästezimmer, Abstellräume, das Gäste-WC, Keller und Ferienwohnungen. Dort wird oft wenig geheizt, und Kälte kriecht durch undichte Fenster herein.
Die Versicherer betonen, dass ein Großteil dieser Schäden vermeidbar wäre. Hinzu kommt ein vertraglicher Punkt: Wohngebäude- und Hausratversicherungen verlangen, dass Eigentümer und Mieter ihre Räume ausreichend beheizen, darauf weist auch die Stiftung Warentest hin. Wer das versäumt, riskiert Kürzungen bei der Erstattung.
Den Außenwasserhahn richtig entleeren
Der Wasserhahn an der Hauswand ist die klassische Schwachstelle. Die Leitung dorthin verläuft durch die kalte Außenwand und ist dem Frost direkt ausgesetzt. So machen Sie ihn winterfest:
- Schläuche, Brausen und Verteiler abschrauben und frostfrei lagern.
- Das zugehörige Absperrventil im Haus schließen, meist im Keller oder Hausanschlussraum.
- Den Außenhahn öffnen, damit das restliche Wasser ablaufen kann.
- Falls vorhanden, die kleine Entleerungsschraube am Absperrventil öffnen und das Wasser in einem Eimer auffangen.
- Den Außenhahn über den Winter geöffnet lassen, so kann sich im Rohr kein Druck aufbauen.
Die gleiche Vorsorge empfehlen die Versicherer für alle Leitungen im Außenbereich, etwa zur Gartendusche, zum Gartenhaus oder zur Garage, wie der GDV beschreibt.
Im Haus schützt Wärme besser als jede Dämmung
Das wirksamste Frostschutzmittel für Wasserrohre ist Wärme. Heizen Sie deshalb alle Räume, durch die Wasserleitungen laufen, auch wenn Sie sie kaum nutzen. Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Stellung mit dem Schneeflockensymbol am Thermostatkopf. Der sogenannte Frostwächter schützt nach Angaben des GDV nur den Heizkörper selbst, nicht die Rohre, die weiter entfernt verlaufen.

Auch der Verband Privater Bauherren rät davon ab, die Heizung nachts in einzelnen Räumen ganz abzustellen. Kühlen die Bauteile stark aus, können selbst isolierte Leitungen in Keller oder Dachgeschoss einfrieren, und an kalten Außenwänden bildet sich Kondensfeuchte.
Zusätzlich lohnt sich ein Rundgang durch Keller und Hausanschlussraum:
- Kellerfenster schließen und zerbrochene Scheiben ersetzen.
- Frei liegende Wasserrohre in unbeheizten Bereichen mit Rohrisolierung aus dem Baumarkt ummanteln.
- Wasserleitungen in Garage oder Gartenhaus entleeren, wenn sie nicht beheizt werden.
Ferienhaus und lange Abwesenheit brauchen einen Plan
Wer über die Feiertage verreist oder ein Ferienhaus besitzt, sollte die Heizung nicht abschalten, sondern auf niedriger, gleichmäßiger Temperatur laufen lassen. Bei Gebäuden, die über Monate leer stehen, ist es oft wirtschaftlicher, die Leitungen in frostgefährdeten Bereichen vollständig zu entleeren und die Zuleitung abzusperren. Bitten Sie bei längerer Abwesenheit Nachbarn oder Bekannte, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen.
Wenn eine Leitung doch eingefroren ist
Kommt kein Wasser mehr aus dem Hahn oder bleibt ein Heizkörper kalt, ist schnelles, aber vorsichtiges Handeln gefragt. Sperren Sie zuerst die Hauptwasserleitung ab, damit beim Auftauen kein Wasser aus einem möglichen Riss austritt. Tauen Sie das Rohr dann langsam auf, etwa mit einem Föhn, einem Heizlüfter oder mit heißen, nassen Tüchern. Offene Flammen wie ein Lötbrenner sind tabu, sie können Rohre beschädigen und Brände auslösen.
Ist eine Leitung geplatzt, rufen Sie einen Installateur und melden Sie den Schaden umgehend Ihrer Versicherung. Fotografieren Sie die Schadenstelle und bewahren Sie beschädigte Teile auf. So wird aus der ersten Frostnacht kein teurer Wasserschaden im Frühjahr.
Quellen
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, 2026: 3 Tipps: Wasserschäden bei Frost und Kälte vermeiden
- Stiftung Warentest: Kälte: So verhalten Sie sich richtig
- Verband Privater Bauherren: Bringen Sie Ihr Haus sicher über den Winter
Fotos: Textnetz, Generiert mit KI
















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